Befreites Aleppo vor Nachkriegs-Wirtschaftswunder wie Deutschland!?!

Die Befreiung von Aleppo hat der Stadt wieder die Freiheiten gegeben, die sie einst zur Wirtschaftsmetropole Syriens werden ließen. Man fragt sich natürlich, wird Aleppo – und ganz Syrien – zukünftig wirtschaftlich in Trümmerfeldern dahinvegetieren oder wie Phönix aus der Asche, erneut jene wirtschaftliche und kulturelle Blüte erreichen, die es vor dem Krieg hatte?

Von Viribus Unitis

Syrien: Wirtschaftswunder in Sicht

Die vom Westen unterstützten „moderaten“ Rebellen in Aleppo, hatten nach der Eroberung von Ost-Aleppo – dem Industriegebiet Aleppos – nämlich die gesamte Produktionsinfrastruktur auf Lkw geladen, und an die Türken verkauft. Die Syrer stehen – so könnte man meinen – also vor dem Nichts. Die zerstörten Produktionshallen kann man zwar schnell wieder aufbauen, ABER, man hat keine Maschinen, um die ehemalige Produktion wieder anlaufen zu lassen, weil die nun in der Türkei ihren Dienst tun.

Diese Situation gab es in Europa auch schon mal. Aus Deutschland wurde 1945 der Großteil der nicht vom Krieg zerstörten Industrie-Produktionsanlagen weggebracht. Als Reparationsleistungen wurde Frankreich und vor allem die Sowjetunion mit deutschen Industriemaschinen versorgt, um sie für ihre Kriegsverluste zu entschädigen. Beispielsweise bekamen die Sowjets die Produktionsanlagen von BMW-Motorrädern, die bis Kriegsende BMW R 71 (solo) bzw. R 75 (Gespann) für die Wehrmacht hergestellt hatten. In der Sowjetunion – und später in Russland – lebte und lebt so die BMW R71 und R 75 als „Ural“ oder „Dnepr“ weiter. Auch die Produktionsanlagen des Opel „Kadett“ gingen in die Sowjetunion – dort lebte der Kadett, mit neuen Firmenlogos, als Moskwitsch 400 weiter (VW ist seit 2009 im Besitz der Markenrechte von Moskwitsch, die aktuell nicht mehr produziert werden).

Diese Entindustrialisierung Deutschlands war durchaus gewünscht, denn im Rahmen des alliierten Plans, den US-Finanzminister Morgenthau vorlegte – den sogenannten Morgenthau-Plan sollte Deutschland zu einem reinen Agrarstaat ohne jede industrielle Kapazität werden. Ähnliches war und ist vom Westen her wohl für Syrien vorgesehen.

Wie kann es sein, dass die Deutschen dann ein Wirtschaftswunder hatten? Nun, die Deutschen arbeiteten mit neuen Produktionsmaschinen, entweder aus eigener Fertigung, oder mit US-Maschinen die im Rahmen des „Marshall-Plans“ geliefert wurden, nachdem die USA den Morgenthau-Plan fallen gelassen hatten. Die Deutschen hatten so, ca. 10 Jahre nach Ende des Krieges, also 1955, die modernste Produktionswirtschaft weltweit – das machte das Wirtschaftswunder!

SCO – Shanghai Cooperation Organisation – Wirtschaftsmacht mit gewaltigem Potential

Aber Syrien kann doch gar nichts aufbauen, wenn nicht der Westen die Produktionsanlagen liefert? Wie soll das gehen? Nun, das geht, indem die Verbündeten der Syrer, die auch Partner in der SCO und der russisch geführen EAEU sein werden (Indien strebt Betritt an, China Assoziierung, Syrien strebt die Mitgliedschaft in der SCO und der EAEU an), also Russen, Inder und Chinesen, jene Industrieanlagen liefern, die notwendig sind.

Die SCO-Chinesen nehmen gerade im Libanon den Saudis und Franzosen das Heft aus der Hand. So entsteht ein "SCO-Block" aus einem von von SCO-Chinesen beherrschten Libanon, und einem von SCO-Russen beherrschten Syrien.

Im technischen bzw. elektronischen Bereich werden die USA und Westeuropa noch immer als jenes Zentrum angesehen, dass die Welt-Maßstäbe setzt. So denkt man aber nur im ahnungslosen Europa, und in ahnungslosen Teilen der USA. „Make Amerika great again“ – der Slogan hat seine Berechtigung, weil Trump das weiß, was wirklich los ist:        
 
Die Russen haben im Rahmen von Militärtechnik und Militärelektronik den USA das Szepter aus der Hand genommen. Der Westen ist praktisch ohne Schutz gegen die überlegene russische Elektronik und Raketentechnik. Russland baut gerade auch einen modernen Automobilkonzern auf. Die Fertigungstechniken dazu liefert die im russischen Besitz befindliche Magna-Gruppe, die Distribution übernimmt GEFCO und die Motorentechnik kommt vom renommierten Grazer Motorenentwickler AVL (Diesel- Motoren mit dem russischen Hersteller YaMZ) und von Porsche (Benzinmotoren mit dem russischen Hersteller ZMZ).

Die modernsten Supercomputer stehen nicht mehr in den USA – sondern in China. China hat den „Sunway TaihuLight“ ausschließlich mit Teilen aus chinesischer Entwicklung und Fertigung gebaut, und mit einer Leistung von max. 125,4 TerraFlops den stärksten Supercomputer der Welt. An zweiter Stelle der Weltrangliste liegt der ebenfalls chinesische „Tianhe2“ mit 54,9 TerraFlops. Abgeschlagen an 3. Stelle der beste US-Computer, Titan/Cray XK7, mit sehr bescheidenen 27,1 TerraFlops.

Die Deutschen glauben von sich, im Computerbereich „Welt-Spitze“ zu sein, und zwar mit dem HLRS in Stuttgart, und seinen mickrigen 7,4 TerraFlops. Wirklich? Gespenstisch, diese deutsche Selbst- Einschätzung. Erinnert irgendwie an DDR-Honecker, als dieser Stolz seinen DDR 1-Mega-Bite Chip präsentierte.
 
Die Inder sind gerade dabei, mit Ihrer PARAM-Serie in den Supercomputer-Markt auf hohem Level einzusteigen. Die Inder sind eine Nobeladresse. Deutsche Frauen kaufen gern die in Indien produzierte Fashion, der im indischen Besitz (Mittal) befindlichen Escada-Fashion-Line. Deutsche Männer fahren gerne Nobelautos des indischen Tata-Konzerns, wobei diese den Namen Jaguar, Land-Rover oder Range-Rover tragen.

Moderne chinesische „Geely“- Automobile werden in Europa mit dem Zusatz von europäischen Teilen assembliert, und den Kunden unter der Marke Volvo angeboten. Dass China mit 21,0 Millionen produzierte Autos, das größte Autohersteller-Land der Welt ist, ist in Europa wenig bekannt. Auf den Plätzen folgen Japan mit 7,8 Mio. Autos, Deutschland mit 5,7 und die USA mit nur 4,2 Mio. Die USA produzierten 1965 noch 9,3 Mio Autos – heute werden nur mehr 4,2 Mio Autos in den USA produziert – 55 Prozent weniger als 1965. Versteht man jetzt warum Trump sagt: „Make America great again“?

Sind die Europäer wirklich so in einfältig und naiv im Größenwahn schwebend, dass sie glauben, Assad sei im Rahmen des Wiederaufbaus von Syrien auf die rückständigen Europäer angewiesen? Syrien – also Aleppo – hat, außerhalb der EU, potente industriellen Partner. Die Chinesen werden – auch mit deutscher Technik – helfen, Syrien wieder aufzubauen – also ein „Syrien- Wirtschaftswunder“ mit gestalten.

Als Beispiel: Die deutsche „Krauss Maffei“ ist im Besitz der chinesischen ChemChina. ChemChina ist gerade dabei, eine chinesische Produktionslinie für die Kraus-Maffei-Produktpalette aufzubauen. Deutschland wird keine Maschinen an Syrien liefern, weil das EU-Embargo dies verbietet. Das macht nichts. Die Chinesen bauen die Krauss-Maffei-Maschinen in China, und liefern diese an Syrien – wo sie in Aleppo, mit deutscher Qualität syrische Kunststoffprodukte im Rahmen eines chinesischen Syrien-Investments produzieren werden.

Diese durch die EU erzwungene Situation sichert Arbeitsplätze in China, schafft Arbeitsplätze in Syrien und vernichtet Arbeitsplätze in Europa – namentlich Deutschland. Deutschland beweist absolut sein Talent, sich gesellschaftlich und wirtschaftlich selbst abzuschaffen, leider mit nachhaltigem Erfolg.

Den Artikel mit Freunden teilen:
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Viribus Unitis heißt "Vereinte Kräfte" und war das Motto von Kaiser Franz Joseph, und der Name eines Ö-U Schlachtschiffes. VU, das Schlachtschiff, schießt mit Informationen, manchmal auch mit Infos die keiner lesen will, weil sie nicht in den Kram passen. VU, das ist ein Autor, mit einem Netzwerk an Akteuren, die mit Hintergrund- und Basisinformationen zur Verfügung stehen.

Schreibe einen Kommentar