Globales Think-Tank-Ranking: USA vorn, Deutschland 12, Östereich 0

Bei den Denkfabriken gibt es auch ein weltweites Ranking, welches von der University of Pennsylvania​, einer US-Eliteuniversität erstellt wird. Dabei geht es einerseits im die Denk-Kapazitäten der einzelnen Länder, andererseits natürlich auch um den Einfluss auf Politik und Wirtschaft. Deutschland hat 12 Institute in der 175 Ränge umfassenden internationalen Liste. Selbst Länder wie Senegal, Ghana, Bangladesh und Äthiopien haben es in die Liste geschafft. Österreich hat kein Institut in der 175er Liste.

Von Viribus Unitis

Die University of Pennsylvania / ScholarlyCommons, die Abteilung TTCSP "Global Go To Think Tank Index Reports" (Think Tanks and Civil Societies Program, TTCSP) bringt jedes Jahr einen Report bezüglich der Think-Tanks heraus. Es ist ein Ranking das die Denkleistung, also die Denkqualität in Form eines Rankings listet. Direkt abhängig von der Denkqualität ist auch der Einfluss des Institutes, weil natürlich nur die klügsten Institute von den Politiker und sonstigen Entscheidungsträgern (z. B. Wirtschaft) als verbindlich bewertet werden, und weitergehend für Beratungen herangezogen werden. Kluge Köpfe sind auch einflussreiche Köpfe, das meint zumindest die Studie.

Masse wird natürlich auch bewertet, so haben die USA haben auch die meisten Think-Tanks, nämlich 1835. Auf den Plätzen folgen China mit 435 und dann kommt das Vereinigte Königreich mit 288 Think-Tanks.

Wie jedes Jahr gab es auch für 2016 den "Global Go To Think Tank Index Report" heraus. Zuständig für den Report, aber auch für Anregungen und Beschwerden: James G. McGann University of Pennsylvania (jmcgann@sas.upenn.edu). Er leitet im Rahmen der Universität auch das Fels Institute of Government. Korrekterweise erscheint sein Institut nicht in der Liste.

Die Welt-Top-Think-Tanks wurden darin in einer 175 Tanks umfassenden "Top Think Tanks Worldwide (U.S. und non-U.S.) Liste" zusammengefasst. Die Creme de la Creme im Rahmen des Denkens der Denkfähigsten (so zumindest suggeriert es die Studie).

An erster Stelle weltweit steht Brookings Institution (United States) 2. Chatham House (United Kingdom) 3. French Institute of International Relations (IFRI) (France).

Interessant ist die Länder-Verteilung der gelisteten Intelligenz und deren Bedeutung

Manchen Instituten würde man bessere Umsetzungen ihrer Denkleistungen wünschen. Wie kann es sein, dass Israel und Palästina noch immer eine Problemzone sind, wenn sich drei hochkrätige Denk-Institute damit beschäftigen, 109. Institute for National Security Studies (INSS) (Israel), 165. Israel-Palestine: Creative Regional Initiatives (IPCRI), FKA Israel-Palestine Center for Research and Information (Israel/Palestine), 167. Research and Information (Israel/Palestine).

Russland hat 122 Think Tanks – davon 3 in der 175-Top-Liste. Darunter auch Ableger von West-Instituten. Die Russen selbst scheinen keine großen Denker zu sein, bestes "russisches" Insitut im Ranking ist die russische Dependance eines West-Institutes, nämlich an Platz 24. Carnegie Moscow Center (Russia). Dann folgt 31. Institute for World Economy and International Relations (IMEMO RAS) (Russia) und 124. Moscow State Institute of International Relations (MGIMO) (Russia).

Immerhin ist das 55. Razumkov Centre (Ukraine) besser platziert (kann besser denken) als das MGIMO der Russen. Im MGIMO werden alle Diplomaten Russland ausgebildet bzw. weitergebildet und das MGIMO ist eine wesentliche Denkbasis russischer Außenpolitik. Das ukrainische 55. Razumkov Centre (Ukraine) ist besser, wie man sieht.

Belgische Riesen und französische Zwerge

Belgien hat viele bedeutende Institute – jedoch ist die Stellung Belgiens eine Sonderstellung. In Belgien liegt die EU-Hauptstadt Brüssel und in Brüssel ist auch das NATO-Hauptquartier. Das prägt die belgische Stellung im internationalen Denk-Ranking: 6. Bruegel (Belgium) 21. Centre for European Policy Studies (CEPS) (Belgium) 26. International Crisis Group (ICG) (Belgium) 57. Wilfried Martens Centre for European Studies (WMCES), FKA Centre for European Studies (Belgium), 91. European Centre for International Political Economy (ECIPE) (Belgium), 118. EGMONT – The Royal Institute for International Relations (Belgium), 120. European Policy Centre (EPC) (Belgium).

Griechenland mit 11,0 Mio Einwohnern schaffte es in die 175er Liste: 148. Hellenic Foundation for European and) Foreign Policy (ELIAMEP) (Greece).

Frankreich hat 180 Think-Tanks, und nur drei in den Top 175: 3. French Institute of International Relations (IFRI) (France), 74. European Union Institute for Security Studies (EUISS) (France), 157. Institute for Development and Global Governance (DRI) (France).

Denk-Riese Deutschland mit 12 Instituten im Vergleich zu Denk-Zwerg China hat nur 9

China hat gesamt 435 Think-Tanks, wovon neun in die Liste kamen. Berechtigterweise wird an 33. Stelle das China Institutes of Contemporary International Relations (CICIR) (China) als bedeutendstes chinesisches Institut angeführt. Ob Platz 33 im Welt-Ranking berechtigt ist – oder nicht doch besser Platz 3 – sei dahingestellt. An 38. Stelle kommt die Chinese Academy of Social Sciences (CASS) (China) und an 40. Stelle das China Institute of International Studies (CIIS) (China). Die anderen Institute folgen auf den Plätzen 52., 73., 79., 104., 111., 149.

Deutschland hat – im Vergleich zu China – nur 195 Think Tanks, aber offenbar die besseren Denker und Denkleistungen. Während China nur 9 Institute in den besten 175 hat, haben die intelligenten Deutschen 12 Institute in der Top-Klasse gelistet. Auch gegenüber Frankreich ist Deutschland vorne – die Franzosen haben nur 3 Institute in den Top 175.

Vier dieser deutschen Institute können sogar besser denken als alle Chinesen-Institute. Vor allem Partei-Institute sind sehr intelligent. Die Institute von CDU (16. Konrad Adenauer Foundation, KAS) und SPD (17. Friedrich Ebert Foundation (FES) überflügeln die Chinesen-Denker bei weitem. Auch das 18. German Institute for International and Security Affairs (SWP) (Germany) und 27. Transparency International (TI) (Germany) sind cleverer als alle Chinesen zusammen. Die Chinesen scheinen seit Konfutse ziemlich abgebaut zu haben.

Deutsche sind bedeutend und clever, China denkmäßig nur zweitklassig, wie auch die weiteren Paltzierungen deutscher Institute zeigen – man vergleiche mit den chinesischen Platzierungen: 35. German Development Institute (DIE) (Germany) 42. German Council on Foreign Relations (DGAP) (Germany) 43. Kiel Institute for the World Economy (IfW) (Germany) 59. Bonn International Center for Conversion (BICC) (Germany).

Die Grünen scheinen im Denken etwas schwächer als CDU und SPD: Rang 88 für doe Heinrich Böll Foundation (HBS) (Germany). Dann geht es weiter mit 121. Potsdam Institute for Climate Impact Research (PIK) (Germany), 144. Ifo Institute – Leibniz Institute for Economic Research (Germany), 159. Friedrich Naumann Foundation for Freedom (FNF) (Germany).

Fazit: Die mehr als 1,3 Milliarden Chinesen bringen aber nicht so gute Denker hervor wie die nur 82 Millionen Deutschen. Wobei es den Deutschen gelingt alles in allem auch die Franzosen im Denken bei weitem zu deklassieren. 12 deutsche Institute im 175er Ranking, nur 3 Institute aus Frankreich.

Denk-Null Österreich im Vergleich mit der Welt

Österreich hat 40 Think-Tanks, kein einziger von diesen schaffte es in die Top 175- Liste.

Österreich vergleicht sich gerne mit Schweden (9,9 Mio. Einwohner) das 77 Think Tanks hat, und mit zwei Instituten vertreten ist. 28. Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) (Sweden), 92. Timbro (Sweden). Österreich und die Schweiz, ein ewiger Vergleich. Auch die Schweiz (8,1 Mio), ist im Ranking. Bei 73 Think-Tanks schaffte es das 69. World Economic Forum (WEF) (Switzerland) in die Liste.

Österreich hat 8,4 Mio Einwohner. Norwegen hat nur 5,2 Mio. Einwohner und ist immerhin mit zwei Instituten in der Liste vertreten. 58. Norwegian Institute of International Affairs (NUPI) (Norway), 71. Peace Research Institute Oslo (PRIO) (Norway). Finnland (5,4 Mio) ist auch vertreten: 145. Finnish Institute of International Affairs (FIIA) (Finland), Dänemark (5,7 Mio Einwohner) hat auch zwei: 37. Danish Institute for International Studies (DIIS) (Denmark), 166. Copenhagen Consensus Center (Denmark).

Österreichs östliche Nachbarn in Europa sind durchaus auch vertreten. 147. EUROPEUM Institute for European Policy (Czech Republic), 65. Center for Social and Economic Research (CASE) (Poland), 68. Polish Institute of International Affairs (PISM) (Poland), 141. Centre for Liberal Strategies (CLS) (Bulgaria).

Immerhin, das winzige Litauen (2,9 Mio. Einwohner) ist mit zwei Instituten vertreten: 137. Lithuanian Free Market Institute (LFMI) (Lithuania), 173. Centre for Geopolitical Studies (GEOPOLITIKA) (Lithuania). Wenn die Mini- Lithauer das schaffen, warum schafft es Österreich nicht?

Österreich hat Ungarn faschistischer Politik beschuldigt, als dort ein Anti-Flüchtlings-Grenzzaun errichtet wurde. Knapp 9 Monate später baute Österreich selbst solche Grenzzäune und nannte sie demokratische Antworten. Schizophrenie, wie hier in Österreich offensichtlich dargestellt, zeugt von intellektueller Nicht-Leistungsfähigkeit. Die Ungarn sind bessere Denker, wie auch die Think-Tank-Listen-Ersteller erkennen: 115. Center for Policy Studies (CPS) (Hungary).

Auch sind Länder der 2. und 3. Welt gut vertreten – wie diese Beispiele zeigen. 103. Bangladesh Institute of Development Studies (BIDS) (Bangladesh) 113. Facultad Latinoamericana de Ciencias Sociales (FLACSO) (Costa Rica), 163. Centro de Investigaciones Economicas Nacionales (CIEN) (Guatemala) 164. Cambodia Development Resource Institute (CDRI) (Cambodia)

Afrika ist gut vertreten. Südafrika hat als Spitzeninstiut das 50. Food, Agriculture and Natural Resources Policy Analysis Network (FANRPAN) (South Africa), und weitere in der Liste (62., 76., 86., 116., 123.). Auch in Kenya leben Denker, 67. African Economic Research Consortium (AERC) (Kenya), 102. African Technology Policy Studies Network (ATPS) (Kenya), 134. Kenya Institute for Public Policy Research and Analysis (KIPPRA) (Kenya). Und auch Ghana ist dabei: 114. IMANI Center for Policy and Education (Ghana) sowie das 170. Institute of Statistical, Social and Economic Research (ISSER) (Ghana). Mit dabei auch 51. Al-Ahram Center for Political and Strategic Studies (ACPSS) (Egypt), 125. Council for the Development of Social Science Research in Africa (CODESRIA) (Senegal),

Wir kennen Äthiopien vor allem als Gebiet in dem der Österreicher Karl Heinz Böhm mit seiner Stiftung tätig ist. Äthiopien kann denken, wie die 175er-Liste beweist. 162. Organization for Social Science Research in Eastern and Southern Africa (OSSREA) (Ethiopia), 169. Ethiopian Development Research Institute (EDRI) (Ethiopia). Sollte man die Böhm-Stiftung einladen in den österreichischen Think-Tanks Entwicklungsarbeit zu leisten, damit auch die Österreicher mal in die 175er-Liste kommen? Oder könnte Äthiopien ein paar Spezialisten nach Österreich schicken, um das Niveau dort zu heben?

Bedenkt man, dass in Österreich gerade ein ehemaliger Universitäts- Professor Bundespräsident wurde, und sein Wahlkampf auch seine wissenschaftliche Reputation ansprach, dann darf man nachdenklich werden. Van der Bellen, so der Name des Bundespräsidenten, hat die Universitäts- Bildung maßgeblich direkt mitbestimmt. Den Erfolg kann man hier lesen. Wenn er in Rahmen von Österreich auch so "erfolgreich" agiert, naja … naja!

Österreich ist nicht dabei in der 175er-Liste. Das wundert in Österreich niemanden und ist ja auch OK so. Da weiß man, was man von den österreichischen Universitäten und ihren Ausbildungs- und Denk-Leistungen zu halten hat.

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Viribus Unitis heißt "Vereinte Kräfte" und war das Motto von Kaiser Franz Joseph, und der Name eines Ö-U Schlachtschiffes. VU, das Schlachtschiff, schießt mit Informationen, manchmal auch mit Infos die keiner lesen will, weil sie nicht in den Kram passen. VU, das ist ein Autor, mit einem Netzwerk an Akteuren, die mit Hintergrund- und Basisinformationen zur Verfügung stehen.

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