China hat erfolgreich Raketen-Abfangtest durchgeführt

China hat erfolgreich einen Raketen-Abfangtest durchgeführt. Die USA hatten letzte Woche einen Abfangtest mit dem Aegis-Landsystem durchgeführt, das auch in Europa als Raketenabwehr aufgebaut wurde. Der US-Test schlug fehl.

Von Viribus Unitis

Wie die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldet, hat China am Montag erfolgreich einen Raketen-Abfangtest durchgeführt. Wie die in Hong Kong beheimatete South China Morning Post berichtet, wendete sich der Abfangtest gegen Nordkoreas Nuklearprogramm.

Chinesische Experten führen auch an, dass die verbesserte indische Raketentechnologie auch diese Abwehrentwicklung beschleunigte. Indien hatte am 18. Jänner eine Agni-V Interkontinentalrakete getestet, die mit einer Reichweite von mehr als 5.000 km das gesamte chinesische Festland erreichen kann.

Indien ist aber keine Gefahr für China. Es gibt Spannungen mit Indien, das betrifft aber nur einen kleinen Grenzabschnitt zwischen den beiden Ländern, kaum 20 km lang. Die Grenze dort wurde ehemals damals von den Briten mit China vereinbart, und die Verträge sind so interpretationsfähig abgefasst, dass nun jede Seite glaubt im Recht zu sein. Ein Krieg Indien-China ist unwahrscheinlich – eine unüberlegte Aktion Nordkoreas aber scheint möglich.

Im November hatte Nordkorea eine Hwasong-15 Interkontinentalrakete getestet, mit einer Reichweite von 13.000 km, was bedeutet, Nordkorea kann damit das US-Festland erreichen.

Das Abfang- und Zerstörungsmanöver wurde von einer Rakete umgesetzt, die vom Boden gestartet wurde. Man könnte so eine Rakete auch von einem Kriegsschiff aus starten. Die Angriffs-Rakete wurde innerhalb ihrer mittleren Flugphase zerstört, also in jener Phase, wo sich die Rakete außerhalb der Erdatmosphäre befindet.

Die Flugzeit nordkoreanischer Raketen nach China ist kurz. Die Nordkoreaner bräuchten ihre Rakete nur nach Norden über die direkte Grenze zwischen beiden Staaten schicken, und schon hätten sie die Möglichkeit China zu treffen. Auch Russland ist einfach zu treffen. Beide Länder, China und Russland sind einfachere Ziele als die sehr weit entfernte USA.

Russland und China haben auf die Nordkorea-Bedrohung schon reagiert und ihre modernsten Flugabwehrbatterien im Rahmen der möglichen nordkoreanischen Raketenflugbahnen platziert.

Wie die südkoreanische Zeitung „The Chosunilbo“ berichtet, hat China auch zusätzliche Bodentruppen an die nordkoreanische Grenze verlegt – zusätzlich zu 300.000 Mann die China sowieso schon dort stationiert hat. China hat diese Verlegungen dementiert, Beobachter meinen aber, China würde sie nicht bestätigen, selbst wenn sie gemacht worden wären.

Säbelrasseln gegen Nordkorea

Wie die Global Times berichtet, hat die PLA Daily, Chinas führende Militärzeitung, mitgeteilt, den modernsten Verteidigungseinheiten seien 2018 Sondermanöver befohlen worden. Chinas J-20 Kampjets, Y-20 Transport-Flugzeuge (Luftlandungen / Luft-Truppen-Verlegungen), H-6K Bomber (Lizenzbau der Tu16) und die J-16 und J-11B (Su27 / 35 Derivate) und J-10C (Eurofighter- Ähnlichkeit). Da weder Indien noch die USA mit solchen Manöver-Annahmen gut zu bekämpfen sind, für diese Gegner diese Manöver nichts bringen, ist das einzige Zielland, dem diese Manöver gelten, Nordkorea.

Abseits dieser Luftwaffen-Manöver haben auch andere Truppen Sondermanöver durchgeführt. Die Volksbefreiungsarmee (PLA), die Armed Police (eine Art Nationalgarde), die strategischen Unterstützungstruppen und die Raketentruppen.

Und nicht nur an der Heimatfront droht Ungemach. Modern Navy, eine WeChat Plattform der PLA-Navy hat letzten Mittwoch berichtet, dass das in Djibouti stationierte PLA-Marine Corps umfangreiche Manöver zur Abwehr von Terrorangriffen durchgeführt hat. Trainiert wurde auch die Abwehr von Feind-Flugzeugen – offenbar nimmt man Bezug auf den Dronenangriff auf die russische Luftwaffen-Basis Hmeimim in Syrien. Dieser Luftangriff hat China zusätzlich aufgeschreckt. Eine Zwei-Fronten-Bedrohung, Nordkorea direkt vor der Grenze und mögliche Terroristen-Angriffe mit Bomben-Drohnen in der ostafrikanischen Basis in Dschibouti.

Die chinesische Militärzeitung wörtlich (Original-Englisch-Übersetzung der Global Times um Verfälschungen zu vermeiden): PLA Daily titelte "A soldier without desire for war-preparedness is not a good soldier", und weiter im Artikel "When the country is on the brink of becoming a great military power, it's also stepping into a period with high risks to national security. War is not far from us. Regional situations around China are complex and unstable, and dangers are hiding under the peace. China cannot afford a military failure, so we must be fully aware of potential crisis and be prepared for battle at all times,"

Diese ganzen Aktivitäten – ausgenommen Dschibouti – deuten darauf hin, dass China die Situation in Nordkorea entglitten ist. Problem sind nicht die USA oder Indien oder Südkorea, Problem ist, dass China offensichtlich auf die inneren Vorgänge in Nordkorea keinen Einfluss mehr hat. Seit dem versuchten Putsch des Kim-Onkels, der mit China-Unterstützung hätte umgesetzt werden sollen, herrscht Eiszeit zwischen beiden Ländern. Rocket-Man, wie ihn Trump nennt, zeigt seinen China-Gönnern den Stinkefinger und macht was ihm gefällt. China ist beunruhigt, wie diese berichteten Aktivitäten zeigen.

Bei Nordkorea sind sich die drei beteiligten global Player einig. Keine Atomwaffen auf der koreanischen Halbinsel. USA, China und Russland haben hier das gleiche Ziel, und arbeiten gut zusammen.

Nun mag man meinen, atomwaffenfreie koreanische Halbinsel – aber die USA haben doch Atomwaffen in Südkorea – NEIN, haben sie nicht! Die US-Atomwaffen in der Region sind auf der japanischen Inselgruppe Okinawa stationiert. Die USA haben in Südkorea nur das Raketen-Abwehrsystem THAAD stationiert. Bereits vor vielen Jahren hatten die Amerikaner auf Wunsch der Südkoreaner ihre Atomwaffen aus dem Land abgezogen.

Letzte Woche hatten die USA ihrerseits einen Abfangtest mit einer Standard Missile-3 Block IIA Rakete, gestartet von einer Aegis-Landbatterie in Hawaii durchgeführt. Aegis sind auch jene Systeme die in Europa als Raketenabwehrsysteme von den USA aufgestellt wurden. Die USA haben ein Problem, denn der US-Abfangtest ging daneben, das Abfangsystem konnte die Angriffsrakete nicht abfangen.

Dass das US-Waffenarsenal nach 8 Jahren Obama-Regierung an Qualität verloren hat, war klar, weshalb Trump auch den Verteidiungsetat erhöhte. Dass aber die Raketenabwehr einen derartigen Niedergang erlebte, war den US- Handelnden bisher wohl nicht in der Dramatik klar.

Die Raketen sind aber nicht das Kernproblem Südkoreas. 25 Millionen der 50 Millionen Einwohner Südkoreas wohnen im Großraum Seoul. Dieser Großraum Seoul liegt direkt an der Grenze zu Nordkorea. Nordkorea hat dort Artillerie stationiert, mit der jederzeit in die dichtbevölkerte Stadtzone von Seoul geschossen werden kann. Ein unglaubliches Blutbad unter den Einwohnern von Seoul wäre die Folge!

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Viribus Unitis heißt "Vereinte Kräfte" und war das Motto von Kaiser Franz Joseph, und der Name eines Ö-U Schlachtschiffes. VU, das Schlachtschiff, schießt mit Informationen, manchmal auch mit Infos die keiner lesen will, weil sie nicht in den Kram passen. VU, das ist ein Autor, mit einem Netzwerk an Akteuren, die mit Hintergrund- und Basisinformationen zur Verfügung stehen.

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