Harley Davidsons Absatzkrise: Produktionswerke werden geschlossen

Harley Davidsons Absatzkrise: Produktionswerke werden geschlossen

Nach schweren Verkaufsrückgängen und daraus resultierenden Verlusten in 2016 und 2017 muss Harley Davidson nun eine Restrukturierung vornehmen. Werke werden geschlossen.

Von Viribus Unitis

2017 hatte Harley Davidson run 241.000 Motorräder verkauft – das lag am unteren Ende der Erwartungen und der Jahresplanungen, die 241-246.000 vorgesehen hatten. 2018 erwartet man Verkäufe in der Größenordnung von 231-236.000 Motorrädern – also eine weiteren Absatzeinbruch. Die nun im Umsetzung befindliche Restrukturierung wird rund 170-200 Millionen Dollar in 2018 kosten, und per 2020 sollen dadurch jährlich rund 65-75 Millionen Dollar gespart werden.

Dass Harlex Davidson in einer schweren Absatzkrise steckt, weiß man seit 2016. Schon damals hatte Forbes analysiert, dass gerade auf dem Heimatmarkt in den damaligen Obama-USA die Harleys nicht mehr so viele Käufer finden würden, wie notwendig. Schon 2016 hatte Harley Davidson 200 US-Jobs gestrichen.

Einen nicht unerheblichen Anteil an Harley´s Absatz- Problemen wird einem neuen- alten Konkurrenten zugeschrieben – der alten Motorradmarke Indian.

Indian – Classic Bike Bild Pixabay

Diese ist seit 2010 im Besitz des Offroad- Herstellers Polaris, der es schaffte, Indian wieder ein Image zu geben. Indian knabbert an Harleys Marktanteilen – durchaus mit Erfolg. Indian hat – wenn auch mit Unterbrechungen – die längere Markengeschichte. Indian wurden 1901 gegründet, Harley 1902. Polaris- Indian setzt Harley zu, was Harley nun immer mehr spürt.

Ein Trend der sich auch 2017 fortsetzte. Der Markt für schwere Motorräder schrumpft. Es ist ein allgemeiner Trend, weil die Jugend – also die Millenials – sich nicht so für den Motorrad-Lifestyle begeistert, bzw. müssen sie ihre Studenten-Kredite zurückzahlen. Und die Babyboomer der 50er Jahre werden langsam zu alt, oder gehen in Pension – und haben nicht mehr das Geld, um weiter Motorrad zu fahren.

Mit 5 Maßnahmen will man die Zukunft gewinnen:

Rund um das Bestseller-Modell „Street Glide“ soll die Modelllinie ausgebaut und optimiert werden.
Die Softtail-Line soll mit acht neuen Modellen neue Kunden anziehen – ein Cruise, drei CVO und eine neue Sportster sollen ab 2018 Kunden anziehen.
Harley will die Modellpalette modernisieren, Gewichtseinsparung und ruhiger laufende Motoren sind hier das Entwicklungsziel.
Eine Marketingoffensive soll die Millenials zum Motorrad-Lifestyle und zum Motorrad-Kauf bewegen.
Harley ist sich bewusst, dass der Markteinbruch bei schweren Motorrädern nicht so schnell vorbei sein wird. Eine Marketingoffensive soll her „ we are bringing to the quest to build the next generation of Harley-Davidson riders.“
2017 wurde auch die Modellpalette gestrafft – und die gemeinsam mit Porsche (Motor) entwickelte V-Road aus dem Programm gestrichen. Dann wurde bekanntgegeben, man wolle eine Fabrik in Thailand errichten, um den internationalen Markt besser bedienen zu können. Diese Verlagerung kostete 180 US-Jobs. Auch wurden acht neue Motorrad-Modelle vorgestellt.

Das Harley-Davidson-Powertrainwerk in Kansas City wird per 2019 geschlossen. Die Powertrain-Produktion wird im Werk York, in Pennsylvania konzentriert. 450 der 800 Arbeitsplätze von Kansas City werden in York weiterbestehen. Auch an deren Standorten werden Kansas-City-Arbeitplätze dazukommen. Netto wird Harley Davidson in den gesamten USA rund 260 Arbeitsplätze streichen.

Ein Assembling-Werk New Castalloy in Adelaide, Australien – 2006 hatte Harley das Werk gekauft – ist seit 2011 von Schließungsankündigungen durch Harley bedroht gewesen. Harley wollte – oder will noch immer – diese Produktion nach China verlegen. 2013 hatte man von diesen Plänen nach Verhandlungen mit der australischen Regionalregierung von diesen Plänen wieder Abstand genommen. Nach den schweren Absatzverlusten in 2016 und 2017 ist nun das Werk in Adelaide offenbar nicht mehr zu halten, und Harley Davidson hat die Schließung per 2019 verfügt.

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Viribus Unitis heißt "Vereinte Kräfte" und war das Motto von Kaiser Franz Joseph, und der Name eines Ö-U Schlachtschiffes. VU, das Schlachtschiff, schießt mit Informationen, manchmal auch mit Infos die keiner lesen will, weil sie nicht in den Kram passen. VU, das ist ein Autor, mit einem Netzwerk an Akteuren, die mit Hintergrund- und Basisinformationen zur Verfügung stehen.

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