Videos (englisch): Südafrika und die entschädigungslose Landreform

Südafrika will eine Landreform machen, wobei die aktuellen weißen Landbesitzer vom Staat enteignet werden sollen, und das Land an Schwarze übergeben werden soll. Ein entsprechendes Gesetz zur Verfassungsreform ist verabschiedet worden.

Von Viribus Unitis

Aktuell halten die weißen Farmer rund 72 Prozent der gesamten landwirtschaftlich nutzbaren Fläche von Südafrika als ihr Farmland in Besitz. Die Weißen stellen 4,6 Mio. Einwohner, also 8,86 Prozent der Gesamtbevölkerung, und haben dennoch beinahe drei Viertel des Farmlandes unter Kontrolle – ein Missverhältnis wie manche meinen.

Weitergehend führen viele das Schicksal Zimbabwes an. Das ehemalige Rhodesien war immer – mit weißen Farmern – ein Lebensmittelexporteur, bei guter Versorgung der eigenen Bevölkerung. Nach der Landreform in Zimbabwe, angeleiert vom Langzeitpräsidenten Robert Mugabe, gingen die Ernterträge drastisch zurück, die Bevölkerung hungerte teilweise, und das Land musste Lebensmittel importieren – die meisten Importe kamen aus Südafrika – produziert von den dortigen weißen Farmern.

In Südafrika ist dieses Beispiel wohlbekannt und die südafrikanische Regierung hat mitgeteilt, man wolle genau dieses Ergebnis verhindern. Zimbabwe mahnt, und Südafrika will die Fehler Zimbabwes nicht nachmachen. Es ist zu hoffen, dass sich dies auch so umsetzen lässt.

Die Meinungen zum Thema sind vielschichtig, hier die Meinung eines Vertreters des weißen Farmerverbandes:

Hier die Meinung von Phephelaphi Dube, Expertin für Verfassungsrecht:

Der wichtigste Protagonist dieser Initiative ist Julius Malema. Ihm wird immer wieder vorgeworfen, er hätte zur Gewalt gegen Weiße aufgerufen, wörtlich „not calling for the slaughter of white people – at least for now“. Das Originalzitat können sie im folgenden Beitrag hören – machen sie sich selbst ein Bild:

Allerdings, es gab die letzten Jahre immer wieder Angriffe auf weiße Farmer. 2014/15 waren es 300 Angriffe und dabei 68 Morde, 2015/16 bei 344 Angriffen 70 Morde und 2016/17 bei 406 Angriffen 78 Morde.

Die Landreform wird interessant, weil der Transformationsprozess – von den weißen Farmern die wissen wie man Felder bestellt – zu den schwarzen Neubesitzern, die möglicherweise dieses Know-How nicht haben, interessant werden wird. Man kann nur hoffen, dass sowohl Hungersnöte als auch Gewaltaktionen ausbleiben.

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Viribus Unitis heißt "Vereinte Kräfte" und war das Motto von Kaiser Franz Joseph, und der Name eines Ö-U Schlachtschiffes. VU, das Schlachtschiff, schießt mit Informationen, manchmal auch mit Infos die keiner lesen will, weil sie nicht in den Kram passen. VU, das ist ein Autor, mit einem Netzwerk an Akteuren, die mit Hintergrund- und Basisinformationen zur Verfügung stehen.

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