Gift-Geschichte: Syrien-Anschlags-System in Europa angekommen

Das Syrien- Gift- System ist in Europa angekommen. Die Briten machen keinen Hehl daraus – ständig werden Vergleiche zu Syrien gezogen, und die Skripal- Sache nach Syrien- Manier abgewickelt.

Autor: Viribus Unitis

Gr0ßbritannien – unterstützt vor allem von Frankreich und nebenbei von den USA – hatte seine große Stunde vor dem UN- Sicherheitsrat. Die Sitzung war eigentlich von Russland gefordert, wurde aber von den Briten beherrscht.

Großbritannien bei der UNSC- Sondersitzung: Einsatz von Massenvernichtungswaffen auf britischem Boden

Großbritannien war sehr klar in der Darstellung der Sachlage aus britischer Sicht. Radio free Europe teilt mit: „We all know why that investigation is under way. It’s because a military-grade nerve agent was used in an attempt to kill civilians on British soil,“ Britain’s UN ambassador Karen Pierce told the council on April 5. >>>Und weiter: „It was carried out recklessly and it was carried out without regard to public safety. It was a weapon of mass destruction,“ Pierce said.

Radio free Europe weiter: Kelley Currie, a U.S. envoy at the meeting, said Washington and Britain share a „firm belief that Russia is responsible for this chemical weapons attack on U.K. soil. Either Russia deliberately used this military-grade weapon or failed to declare and secure its stocks of this nerve agent.“

Damit wurde Russland ein- eindeutig des Bruches des Völkerrechts beschuldigt. Sowohl Kampfstoff- Einsatz, wie auch Kampfstoff- Herstellung und auch Kampfstoff- Lagerung sind laut CWC / Chemical Weapons Convention / Chemiewaffensperrvertrag verboten. Eine Anklage Russlands wegen Bruch des Völkerrechtes vor dem Internationalen Gerichtshof müsste nun umgehend erfolgen.

Wobei man bedenken sollte, die Rolle der USA in der Sache ist relativ. Trump muss hier hart auftreten, sonst bekommt er wieder Vorwürfe, er sei Russland- freundlich. Und man muss erkennen, die USA sind in diesem Fall nur „mittendrin“ aber „nicht dabei“.

Die Gift- Abteilung geschah in Großbritannien, dort wurde auch die Gift- Expertise erstellt, und die Gift- Gegenprobe wurde in Frankreich gemacht. Beide Staaten sind VETO- Mächte im UN- Sicherheitsrat, und beide Staaten haben diese Agenda im UN- Sicherheitsrat vorwärts gebracht.

Die USA haben im Gift- Fall ein Mantra, das da heißt, wir wurden von den Briten informiert, haben die Beweise nicht gesehen, glauben aber den Briten. Das ist ein signifikanter Unterschied zu Briten und Franzosen, die mit Ihren Gift- Expertisen diese „Beweise“ selbst geschaffen haben.

Was wir hier sehen, ist die Entstehung einer neuen Euro- Achse zwischen Briten und Franzosen. Dieses neu entstandene Schurken- Duo hat das seit Jahren in Syrien praktizierte System (britische White Helmets sind immer da wenn Geift- Anschläge in Syrien gemacht werden) nun als probables Mittel für Europa und die Welt entdeckt.

Die OPCW- Sitzung war ursprünglich für den 2. April vorgesehen gewesen, wurde dann auf britischen Wunsch auf 4. April verlegt. Warum das – vielleicht deswegen- Auszug aus der Rede von John Foggo, des britischen Vertreters bei der OPCW am 4. April 2018: Exactly 1 year ago, between the hours of 6:30 and 7am, more than 100 people were killed and hundreds more injured in a horrific nerve agent attack in the town of Khan Sheikhoun in Syria. It should be deeply upsetting to all of us here to know that not only are chemical weapons attacks in Syria continuing but, exactly 1 month ago today, nerve agent was also used here in Europe.

Nun darf man sich fragen, ist das seit 2013 in Syrien praktizierte System nun in Europa angekommen? Man darf mit Sicherheit annehmen, dass es keine Frage ist, das es angekommen ist. Man darf als gesichert annehmen, dass wieder so ein „Anschlag“ stattfinden wird, es fragt sich nur wann – und gegen wen. Bis auf die beiden Protagonisten – also Briten und Franzosen – ist niemand safe, weder in Europa noch sonstwo in der Welt.

17 Staaten haben bei der OPCW- Sitzung mit „Enthaltung“ gestimmt. Alle Südamerika- Staaten, alle Afrika- Staaten und alle Asien- Staaten – bis auf zwei Ausnahmen. China und Iran stimmten mit den Russen für deren Vorschlag, also „dafür“ statt „Enthaltung.

Diese „Enthalten“- Staaten haben sehr wohl erkannt, dass das Schurken- Duo aus Briten und Franzosen eine neue globale Schreckensherrschaft errichten will. Dieses Damoklesschwert der Gift- Anschläge schwebt nun über allen Staaten der Welt. Das britisch-französische Euro- Schurken- Duo kann dieses nun perfektionierte Gift-System auf jeden Staat der Welt anwenden.

Großbritannien: Novichock- Labor entdeckt – oder auch nicht

In Großbritannien gab es neue Schlagzeilen, dass nämlich das Labor identifiziert sei, dass Novichock hergestellt haben soll. Die Daily Mail dazu: Security services located the source of the nerve agent used to poison Russian spy Sergei Skripal and his daughter Yulia, it has been claimed. According to reports, officials found the Russian laboratory where the Novichok poison was made in the days after the attack on March 4. Reuters ergänzt: UK’s security services believe they have pinpointed the location of Russian laboratory that manufactured the nerve agent Novichok used in Salisbury attack, The Times reported on Wednesday. Britain was aware of the existence of the site before March 4, the report said.

Interessant ist, dass das Produktionsland und die Produktionsstätte nicht zugeordnet werden kann – so die Spezialisten des britischen Militärlabors in Porton Down – aber nun die Produktionsstätte gefunden wurde. Wenn man den Stoff nicht zuordnen kann, kann man eigentlich keine Produktionsstätte festlegen oder finden. Rein nach Allgemeiner Logik passt das eigentlich nicht, legt man allerdings britische Verleumdungslogik zu Grunde, ist es passend.

Der Guardian hatte am 14. März 2018 einen Experten zitiert, der mitteilte: The nerve agent novichok was developed and produced in Shikhany, home of a military research establishment in central Russia, according to a chemical weapons expert. Hamish de Bretton-Gordon said the information was contained in a report submitted several years ago by Russia to the international body that monitors chemical weapons, the Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons (OPCW).

Shikany ist ein 6000- Einwohner- Ort, früher eine gesperrte Zone, ca. 130 Straßenkilometer nord-östlich von Saratov, direkt an der Wolga gelegen. Ob Shikany in der neuen britischen „Labor gefunden“- Geschichte gemeint ist, steht aktuell noch nicht fest.

Verbündete: Chinesen besuchen Russen

Chinas neuer Verteidigungsminister, General Wei Fanghe, war gerade letzte Woche in Russland. Der Verteidigungsminister ist neu, die Reise nach Russland war seine erste Auslandsreise, und gleich bei dieser nahm er an einer Sitzung der CSTO teil, der im Westen „Russen- NATO“ genannten Verteidigungsgemeinschaft, die von Russland geführt wird. Dieser Besuch war Routine, dass ein China- Verteidigungsminister seine erste Auslandsreise nach Russland macht, ist auch Routine, dass er an einer CSTO- Sitzung teilnimmt, ist speziell.

Speziell ist auch der kurzfristig angesetzte Besuch von Chinas Außenminister bei seinem russischen Amtskollegen. Der Besuch wurde vereinbart, genau zum Zeitpunkt, als man schon wusste, am 4. würde die OPCW- Sitzung sein. Das offizielle Statement dazu:

President Xi Jinping’s Special Envoy Wang Yi to Visit Russia —  2018/03/30 — Foreign Ministry Spokesperson Lu Kang announces:  As agreed by China and Russia, as the Special Envoy of President Xi Jinping, State Councilor and Foreign Minister Wang Yi will pay a working visit to Russia from April 4 to 5.

Das Statement ist fast ohne Highlight. Dass Wang Yi Außenminister ist, ist bekannt, dass er State Councilor ist, ist auch bekannt, aber dass er in diesem Rahmen auch noch „as the Special Envoy of President Xi Jinping„, das ist besonders. Das bedeutet, Xi kann nicht selbst kommen, aber er sendet seinen Abgesandten. Man ist damit auf Präsidentenebene – und das genau einen Tag nach der OPCW- Sitzung.

Gut, man kann anführen, China begründet dies offiziell mit den gerade stattgefundenen Syrien- Gesprächen, und hat deshalb das Treffen angesetzt. Natürlich hat es nichts mit der Sondersitzung des UN- Sicherheitsrates am selben Abend zu tun, die sich mit der britischen Giftgeschichte beschäftigt. Natürlich könnte man meinen, beide Parteien hätten sich über das UN- Vorgehen abgesprochen – könnte man meinen, und man hätte vermutlich recht damit.

China hatte während der OPCW- Sitzung für den russischen Vorschlag gestimmt- als einer von 6 Staaten. China hat damit offen ausgedrückt, dass es nicht den West- Vorgaben folgen will und wird. Der „Special Envoy“ drückt aus, dass China an der Seite Russlands steht. Nicht wegen Russland- Liebe, sondern aus Selbstschutz, denn das nun etablierte Euro- Schurken- Gift- System kann die Chinesen jederzeit auch treffen. Die gleichen Mechanismen die bei Russland angewendet werden, können auch bei China jederzeit eingesetzt werden. Dieses giftige Euro- Damoklesschwert hängt auch über China. China ist sich dessen bewusst.

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Viribus Unitis heißt "Vereinte Kräfte" und war das Motto von Kaiser Franz Joseph, und der Name eines Ö-U Schlachtschiffes. VU, das Schlachtschiff, schießt mit Informationen, manchmal auch mit Infos die keiner lesen will, weil sie nicht in den Kram passen. VU, das ist ein Autor, mit einem Netzwerk an Akteuren, die mit Hintergrund- und Basisinformationen zur Verfügung stehen.

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