Russland & China – Druck schweißt zusammen

Angesichts der wachsenden Feindseligkeiten der USA, der EU und der NATO, verstärken Moskau und Peking ihre Kooperation. Der Westen treibt Russland in die Arme der Chinesen.

Von Leonhard Dreiser

Momentan sieht sich Moskau einer massiven feindlichen Kampagne der NATO-Staaten (wegen der Ukraine, Syrien und nun auch noch wegen dem inszenierten Skripal-Fall) ausgesetzt, während sich Peking und Washington zunehmend in einer sich immer weiter drehenden Handelskrieg-Spirale befinden und sich die Chinesen und die Amerikaner zudem auch immer öfter im Vorhof Chinas – nämlich im Südchinesischen Meer – in die Quere kommen. Kein Wunder also, dass sich die Regierungen Russlands und Chinas immer stärker aneinander binden.

Nicht umsonst teilte der chinesische Außenminister, Wang Yi, bei seinem jüngst erfolgten Besuch in Moskau mit, dass die Beziehungen zwischen beiden Ländern besser als jemals in der Geschichte zuvor seien und ihre Zusammenarbeit und Kommunikation angesichts „diverser Unsicherheiten auf der internationalen Tagesordnung“ weiter verbessern. Deshalb räume man in Peking auch den Beziehungen zum Nachbarn eine sehr hohe Priorität ein.

Der russische Außenminister teilte der Presse dabei auch mit, dass Peking Moskau beim Schutz der russischen Interessen unterstützen werde, sowie den Russen dabei zu helfen, eine größere internationale Rolle zu spielen. Dabei schlug Wang unter anderem auch eine engere Abstimmung des Vorgehens im UN-Sicherheitsrat vor, zu dessen ständigen Mitgliedern die beiden Länder gehören. Weiters sind noch deutlich mehr Treffen auf höchster politischer Ebene geplant, um so auch sämtliche Beziehungen zu intensivieren. Immerhin spielt Russland auch bei der „Neuen Seidenstraße Initiative“ (auch „One Belt, One Road“ genannt) eine tragende Rolle.

Anstatt Russland und China zu trennen, wie es eigentlich der Plan des westlichen, globalistischen Establishments ist, sorgen die politischen und wirtschaftlichen Maßnahmen der sogenannten „Westlichen Wertegemeinschaft“ nur dafür, dass sich beide Staaten noch besser verstehen – und angesichts des drohenden Weltkrieges auch verbünden. Sowohl in Moskau als auch in Peking weiß man, dass man zusammen faktisch ein unüberwindbares Bollwerk darstellt, welches sich im Ernstfall auch gegenseitig helfen und unsterstützen kann.

Die Politeliten im Westen hätten die Russen für sich gewinnen können, wenn sie ein faires und ehrliches Spiel gespielt hätten, anstatt sich nach dem Zerfall der Sowjetunion in Leichenfledderei zu üben und mit Boris Jelzin eine Marionette einzusetzen, die das Land beinahe in den totalen Ruin getrieben hätte. Selbst mit Wladimir Putin – der durchaus an einer gesunden Partnerschaft mit dem Westen interessiert ist – hätten Washington, London und Brüssel durchaus einen für alle Seiten passablen Weg finden können. Aber das ist vorbei.

Anstatt nach Westen richtet sich Russland zunehmend nach Süden und Osten aus. Eurasien als Ganzes spielt für Moskau (wieder) eine deutlich wichtigere Rolle, nachdem der Westen offenbar kein Interesse daran hat, ein souveränes Russland als Teil der eigenen Systeme zu akzeptieren. Damit jedoch sorgt man nur dafür, dass das chinesische Jahrhundert rascher Realität wird als man es ursprünglich dachte.

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Leonhard Dreiser beschäftigt sich vor allem mit der Wirtschaft in West- und Zentralasien. Die russische Wirtschaft, die Wirtschaft der von Russland geführten EAEU/EEU Wirtschaftsgemeinschaft, die Potentiale die Russland selbst und Europa bieten, und deren Vernetzung zueinander. Leo will die Zusammenarbeit mit Russland, weil dies der Wirtschaft Europas gut tun würde.

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