Syrien-Lachnummer: Europa und Macron als Gegner von Türken, Iranern, Syrern und Russen

In Syrien soll ein West- Wachwechsel stattfinden. Die USA werden wohl in sechs Monaten abziehen, und Europa unter Führung der ehemaligen regionalen Kolonialmacht Frankreich, wird die US- Positionen übernehmen.

  • Autor: Viribus Unitis

Nun haben die USA aktuell schon gekniffen – siehe obige nicht- Syrien- Luftangriffe – weil sie nicht in der Lage waren und sind, die russischen Abwehrgürtel zu überwinden. Und auf Basis dieser Realität glauben die Europäer noch immer, sie würden es schaffen sich in Syrien nach Abzug der USA halten zu können – und nicht nur halten, vielleicht sogar Syrien übernehmen zu können. Ein bemerkenswerter Optimismus, den die 4M, Macron und May sowie Merkel und Mogherini hier an den Tag legen.

Syrien: Wenn aus Angriff Abzug wird

Am 4. März war der Skripal- Vorfall, der als Chemiewaffen- Attentat dargestellt wird. Dargestellt wird, Russland habe damit erstmals nach dem 2. Weltkrieg Massenvernichtungswaffen (Chemie- Waffen) auf europäischem Boden eingesetzt.

Europas Medien transportieren diese Darstellung. In der Folge werden auch die Syrien- Darstellungen über Giftgas- Einsätze immer dramatischer in den Medien dargestellt. Dargestellt wird auch, dass die USA wegen der Giftgas- Einsätze Luftangriffe gegen Syrien in Erwägung ziehen.

Am 12. März erklärte die US- Botschafterin bei der UN, Nikki Haley, der syrische Waffenstillstand, zwei Wochen vorher vereinbart, sei gescheitert.

Am 13.03.18 gab es ein Telefonat zwischen dem höchsten US- Offizier, dem Vorsitzenden der Joint Chiefs of Staff, General Joseph Dunford, und seinem russischen Gegenüber, dem stellvertretenden Verteidigungsminister und Oberkommandierenden der russischen Streitkräfte, General Valery Gerasimov.

Gerasimov war offensichtlich deutlich: Earlier on Tuesday, Gerasimov warned the US against any retaliatory strikes over Syria’s chemical weapons use, claiming that anti-regime rebels were planning to stage a regime chemical weapons attack and saying any US strike against Damascus would threaten Russian troops. „The United States of America plan to accuse the Syrian government troops of using chemical weapons, demonstrate so-called ‚evidence‘ of alleged numerous victims among civilians caused by actions of the Syrian government supported by the Russian leadership,“ Gerasimov told a meeting of Russian military officers convened to discuss the situation in Syria. „If lives of the Russian officers are threatened, the Armed Forces of the Russian Federation will retaliate against missile and launch systems,“ Gerasimov added.

Die ukrainische Nachrichtenagentur UAWIRE berichtet weitergehend über Gerasimovs Darstellungen: “In the institutions and facilities of the Syrian Ministry of Defense in Damascus, there are also Russian military advisers, representatives of the Center for reconciliation of warring parties and military police. In the event of a threat to the lives of our servicemen, the Armed Forces of the Russian Federation will respond, targeting any missiles and launch systems involved,” he said.

Die Phrase „targeting any missiles and launch systems involved“ beinhaltet „launch systems“ und meint „Waffenträger“ und meint in diesem Zusammenhang Flugzeuge. Gerasimov hat definitiv den Abschuss von Flugzeugen – nun angedroht kann man dazu nicht schreiben. Er hat festgestellt dass die Russen dies machen würden – abschießen – und fertig. Keine Drohung, sondern eine Feststellung.

Syrien- Scharfmacher Mattis musste vor seinem Präsidenten eingestehen, dass Ihm zur Schärfe – also zum Angriff – die Mittel fehlten. Acht Jahre Obama- Rüstungspolitik hatten die USA hinter Russland zurückfallen lassen. Die US- Angriffspläne, die eigentlich Pläne waren die Verteidigungsminister Mattis mit Europas Akteuren abgesprochen hatte, die Angriffspläne erwiesen sich als nicht umsetzbar.

Nachdem sich das so geklärt hatte, begann Trump von Abzug zu sprechen. Dieser von Trump angekündigte Abzug wird nicht als Sofortabzug umgesetzt, sondern als Abzug binnen 6 Monaten, der den Europäern Zeit geben soll, die Positionen und Militärstrukturen in aller Ruhe von den USA zu übernehmen.

In Europa wird diese Abzugsverzögerung als Sieg der Trump- Gegner gefeiert. Das ist falsch. Die Trump von seinen Beratern auferlegte Timeline ist perfekt. Er hat jetzt angekündigt, wurde dann von den Europäern und vom Verteidigungsministerium – wie erwartet – zurückgepfiffen, und wird in sechs Monaten abziehen. Die Europäer können sich ein halbes Jahr auf die Übernahme der Verantwortung vorbereiten – haben also nachher keine Mittel, um Trump überhastetes oder unverantwortliches Vorgehen vorzuwerfen. In einem halben Jahr sollten sie in der Lage sein, die Gegebenheiten in den Griff zu bekommen.

Und nicht nur das. Die russischen und syrischen Truppen sind momentan noch mit Widerstandsnestern in Assad- Syrien beschäftigt. Es dauert noch mindestens ein halbes Jahr – sechs Monate – bis all diese Widerstandsnester erobert sind. Bleiben wird Idlib, die Kurden- Zone und die südlichen Rebellen- Zonen. Wenn in Assads Kernland die Nester erobert sind, wird man sich den südlichen Kernzonen zuwenden – frühestens in einem halben Jahr. Also auch hier alles passend. Ob nun die USA noch sechs Monate länger oder nicht in Syrien sind, macht für Russen und Syrer keinen Unterschied.

Syrien: Europas Militär- Träumer gegen die Realisten aus Türkei, Iran, Syrien und Russland

Wer sich in dieser Region eng mit den Kurden verbündet, hat ein ungesundes Maß an Realitätsverweigerung. Obama hat die USA in ein Bündnis mit den Kurden geführt. Europa ist in dieses Bündnis eingestiegen – und beide, EU und USA haben damit Ihr Schicksal bestimmt, nämlich den Nicht- Erfolg Ihrer Bemühungen.

Die militärische Idee ist klar – mit den Kurden hat man gleich eine Armee die man einsetzen kann – also braucht man nicht viel eigene Truppen, sondern hat relativ gehorsame Söldner mit relativ guter Kampfkraft. Die Realitäts- Verweigerung bezieht sich auf die politischen Rahmenbedingungen. Kurden haben keine eigenen Staat, sondern sind eine Minderheit in vier dortigen Regional- Staaten, nämlich in der Türkei, Syrien, Iran und Irak. Wer mit den Kurden zusammenarbeitet, schafft sich automatisch Probleme mit einem der vier oder gleich allen vier Staaten. Wer mit den Kurden agiert, sitzt zwischen allen Stühlen.

Erfolge kann man in dieser Region nur im Konsens mit einem oder mehreren Mächtigen in der Region erreichen. Russland macht dies vor. Verhandlungen – auch nun aktuell wieder – sind immer mit den mächtigen Staaten der Region. Aktuell, am 4. April, gab es gerade einen Syrien- Gipfel in Ankara, an dem Iran, Türkei und Russland teilnahmen.

Nun stellen sich die Träumer rund um Macron und May, sowie Merkel und Mogherini vor, dass wenn sie von den USA die Syrien- Strukturen übernommen haben, sie sich gegen die Türken, die Assad- Truppen (mit Iranern) und gegen die Russen behaupten können. Sie stellen sich das tatsächlich vor – sie glauben daran!

Dass die Kurden nur begrenzten militärischen Wert haben wenn sie gegen eine geordnete Armee vorgehen sollen, sieht man bei Afrin. Die Afrin- Fronten galten bei der Propaganda als stark und kaum überwindbar. Die Türken haben mit langsamem vorgehen – um die eigenen Verluste zu vermindern – diese Afrin- Fronten innerhalb von drei Wochen zusammenbrechen lassen. Nichts ist mehr übrig, von der ehemaligen Macht der Kurden im Afrin- Gebiet. Sollte das den Euro- Träumern nicht zu denken geben?

Nun haben die USA aktuell schon gekniffen – siehe obige nicht- Syrien- Luftangriffe – weil sie nicht in der Lage waren und sind, die russischen Abwehrgürtel zu überwinden. Und auf Basis dieser Realität glauben die Europäer noch immer, sie würden es schaffen sich in Syrien nach Abzug der USA halten zu können – und nicht nur halten, vielleicht sogar Syrien übernehmen zu können – das glauben die 4M, also Macron und May, Merkel und Mogherini. Welche Drogen muss man nehmen, um in ein derartiges Parallel- Universum eintauchen zu können?

Frankreich und Syrien: Fügen in das nicht- Abwendbare

In Frankreich gibt es keinen Verteidigungsminister – aktuell – sondern dort heißt dieser Job Ministre des Armées. Florence Parly ist Armeeministerin, gehört zur Sozialistischen Partei, und hat wie Ihre Kollegin in Deutschland, keine Ahnung von dem was sie tut. Sie war bisher Finanzmanagerin, beim Staat, bei Privaten Firmen und zuletzt bei der Groupe Edmond de Rothschild. Parly wurde Armeeministerin, weil sie politisch zuverlässig ist, und man für den Job eine Quoten- Frau haben wollte. Wie die deutsche Verteidigungsministerin von der Leyen hat sie von der Materie keine Ahnung. Das macht aber nichts – denn sie steht unter Aufsicht.

Sicherheitspolitik sollte eigentlich der Präsident machen – der hat aber davon auch keine Ahnung. Deshalb macht diesen Bereich der Außenminister, Jean-Yves Le Drian. Er war von 2012 bis 2017 Armeeminister, und ist nun Außenminister. Er weiß was er tut, ein erfahrender Akteur, sowohl im Bereich der Sicherheits- wie auch der Außenpolitik.

Le Drian ist ein treuer Diener seines Herren, Sorosianer durch und durch. Dienstbar bis zur Unmöglichkeit, selbst wenn der Laden aus dem Ruder läuft. So hatte Le Drian Macron – in Abstimmung mit Parly – auferlegt, die Aufstockung des französischen Kontingents in der Kurden- Region Manbij anzuregen und zu vereinbaren. Noch am selben Tag führte dies zu schweren Verwerfungen mit Ankara. Türkei- Präsident Erdogan war „not amused“. Noch am selben Tag machte Macron öffentlich einen Rückzieher.

Le Drian setzt um. Dass Frankreich nun Syrien militärisch übernehmen soll, ist eine weitere Bürde, die der sowieso überlasteten französischen Armee auferlegt wird. Es ist aber etwas, was Le Drian im Sinne von Soros machen soll. Nun, Befehl ist Befehl, wenn Frankreich es machen soll, wird es das auch machen.

Den Artikel mit Freunden teilen:
  • 2
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
    2
    Shares

Viribus Unitis heißt "Vereinte Kräfte" und war das Motto von Kaiser Franz Joseph, und der Name eines Ö-U Schlachtschiffes. VU, das Schlachtschiff, schießt mit Informationen, manchmal auch mit Infos die keiner lesen will, weil sie nicht in den Kram passen. VU, das ist ein Autor, mit einem Netzwerk an Akteuren, die mit Hintergrund- und Basisinformationen zur Verfügung stehen.

Schreibe einen Kommentar